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Supplement - Unsere Meinung - Beitrag "Ein Weihnachtswunsch"

Unsere Meinung

Sie trägt jetzt den Namen Frieden

Ein Weihnachtswunsch



"Frieden"! Diesen Namen trägt sie jetzt. Erst jetzt, nach ihrem Tod, hat sie endlich einen Namen erhalten. Zu ihren Lebzeiten hatte sie keinen Namen. Sie war nur eine Nummer, eine Nummer, die gemessen wurde nach ihrer Leistung in Litern. Die Nummer trug sie im Ohr, ihr Erkennungszeichen. Und für bürokratische Zwecke.

Jetzt, nach ihrem Tod, wird sie durch den Namen zum Individuum. Ihr Bild und ihr Name sollen an sie erinnern. Ihr Bild steht vor mir. Ich habe Tränen in meinen Augen und Schmerzen in meiner Seele. Meine Tränen gehören ihr. Meine Schmerzen gehören ihr.

"Frieden" konnte nie ihre Stimme erheben, aber die Menschen von Animals` Angels wissen viel über sie und ihre Artgenossen zu berichten. Sie sind vor Ort bei vielen Tieren. Weltweit. Sie sind Fachleute. Sie haben eine Kampagne ins Leben gerufen, um andere Menschen über das Schicksal der Kühe aufzuklären: "Alle reden von der Milch. Wir reden von der Kuh!"

Und das ist gut so! Die Informationen, die man erfährt, sind schmerzlich. Diejenigen, die auf Fleisch verzichten, aber noch Produkte von der Kuh konsumieren, sollen wissen, dass sie mit dem Vegetarismus noch lange nicht am Ende der Fahnenstange angelangt sind. Die verantwortungsvolle Reise muss hier weitergehen, für die Kühe, die einen psychischen und physischen Leidensweg vor und hinter sich haben….

Nicht umsonst sagt man: Milch, das weiße Blut. Die Tiere sind die Sklaven unserer Zeit, einer Zeit, in der immer mehr Milch und Milchprodukte weltweit konsumiert werden.

Animals` Angels - für alle, die sie noch nicht kennen - ist eine Nicht-Regierungsorganisation, die sich für die Abschaffung der Langzeittransporte von "Nutz- und Schlachttieren" einsetzt. Animals` Angels begleitet "Nutz- und Schlachttiere" beim Transport und bekämpft jede Art von Missbrauch, Quälerei und Ausbeutung der Tiere. Behörden und die Öffentlichkeit werden informiert. Seit langem dokumentieren sie auch die Transporte von "Milchkühen", die ausgezehrt, krank und am Ende ihrer Kräfte sind, wenn sie am Ende ihrer letzten Reise im Schlachthof ankommen. Die Kampagne von Animals´ Angels informiert, wie "Milchkühe" unter der Ausbeutung durch den Menschen leiden.

Die Broschüre zu dieser Kampagne liegt vor mir. Schlägt man sie auf, wird man mit der Frage konfrontiert: "Wussten Sie eigentlich…was aus Doris geworden ist?" Auf der linken Seite der Broschüre ist ein Bild einer Kuh, die zusammengekauert am Boden liegt, mit dem Kopf an einer Hauswand. Auf der rechten Seite der Broschüre werden die letzten Lebensstunden der Kuh Doris auf einem Tiermarkt in Italien beschrieben.

Meine Augen schwimmen im Wasser.

Ein Auszug: "Es ist 6:15 Uhr. Tiermarkt. Doris liegt am Boden und macht keine Anstalten aufzustehen. Doris (Ohrmarke 1132) ist eine Holsteiner "Milchkuh", bekannt für ihre enorme Milchleistung. 8:30 Uhr: Doris wird von vier Männern aufgetrieben. Sie kann nicht laufen, schafft es aber doch, nicht umzufallen. Die vier Männer packen brutal zu. Verdrehen ihr den Schwanz, zerren und ziehen. Sie fällt wieder um und wird liegen gelassen. 12:39: Ein älterer Mann kommt und schlägt Doris ins Gesicht. Er will, dass sie sich zur Seite bewegt. Sie kann nicht, obwohl sie es versucht. Es kommen andere Männer und prügeln auf sie ein. 12:44 Uhr: ….Den Männern ist das "Hindernis Doris" lästig. Sie holen einen Frontlader und schieben Doris über den harten Betonboden zu einem LKW. Es kommen neue Männer hinzu. Sie beginnen, Doris auf den LKW zu verladen. Einer fällt durch besonders große Brutalität auf. Innerhalb weniger Sekunden versetzt er Doris mindestens zehn Stromschläge mit seinem Elektrotreiber…..Wieder wird der Elektrotreiber eingesetzt. Diesmal mindestens 25-mal im Sekundentakt, im Genital- und Analbereich…..Er drückt Doris ganz in den Transporter. Dort liegt sie für eine Transportstrecke von 156 Kilometern bis zum Schlachthof. Doris kommt nach drei Stunden Transport lebend im Schlachthof an. Wir hören zwei Schüsse. 15:57 Uhr: Fast 10 Stunden nach ihrer Ankunft auf dem Markt wurde Doris endlich von ihren Qualen erlöst."

Nach diesem Bericht fragt man sich, wie Menschen das tun können? (Eigentlich ist es naiv sich diese Frage zu stellen, man denke nur an Auschwitz, wo Menschen nicht einmal Erbarmen mit ihrer eigenen Spezies hatten.) Doris ist nur ein Beispiel von vielen. Wir, die Bürger und Konsumenten, bekommen solche Bilder in der Realität nicht zusehen. Aber Animals`Angels begegnen Milchkühen wie Doris auf den Transporten, in den Sammelstellen, auf den Märkten und in den Schlachthöfen.

Die Broschüre klärt auf, warum eine Kuh Milch gibt und was eine "Turbo-Kuh" ist. Sie klärt darüber auf, dass Kühe durch die hohe Milchleistung krank werden, dass 1,5 Millionen Kühe in Deutschland angebunden im Stall stehen, dass die Ausbeutung der Kühe mit unseren Steuergeldern bezahlt wird und wie sehr die Milchproduktion Umwelt, Klima und der 3. Welt schadet. Und sie informiert uns darüber, dass wir selbst etwas gegen das traurige Dasein der "Milchkühe" tun können.

In der Broschüre sind viele Fotos von verletzten, blutenden Kühen abgebildet. Fotos, die zeigen, wie Kühe bei den Transporten misshandelt werden und wie sie notgetötet wurden. Sie dokumentieren wie Kälber nach ihrer Geburt der Mutter entrissen werden. Die Milch, die ihnen von Natur aus zusteht, bekommen sie nicht.

Kleine Tierkinder mit traurigen Augen sehen uns an. Ohne ihre Mütter, ohne Liebe werden sie groß. Auf einem anderen Foto sieht man einer Kuh an, dass sie schwer krank sein muss. Daneben in der Quellenangabe von Animals` Angels steht geschrieben: "Tina in Schmerzhaltung. Beurteilung eines Rindertierarztes: Langanhaltende, ungenügende Futterversorgung des Tieres (stark abgemagert). Verdacht auf langes Liegen auf schlechtem Untergrund (viele Liegestellen), Gebärmutterentzündung oder Bauchfellentzündung (Rückenaufkrümmung zeigt extreme Schmerzen im Bauchraum an), unter Umständen Pansenübersäuerung (siehe Blutflecken am Boden)."

Natürlich tut diese Aufklärung weh, aber das Leid der "Nutztiere" mit all seinen Auswirkungen auf die Umwelt, auf das Klima und die 3. Welt geht uns alle etwas an.

Oft bekommen wir, die Partei Mensch Umwelt Tierschutz zu hören, dass wir uns nur um Tiere kümmern. Informiert man sich aber über die Zusammenhänge, stellt man schnell fest, dass wir die einzige Partei sind, die sich gleichermaßen konsequent für Menschen und Tiere und Umwelt einsetzt.

Fakt ist.: "Deutsche "Milchkühe" fressen täglich zwischen 150.000 und 300.000 Tonnen Futter. Zum Anbau des Futters wird sehr viel Ackerland und Wasser benötigt – zum Großteil in Ländern, in denen nicht einmal die Versorgung der Bevölkerung mit Nahrungsmitteln und Trinkwasser gesichert ist." (Quelle: Animals´ Angels)

Unter der Rubrik News haben wir weitere Informationen zu dieser Kampagne für Sie zusammengestellt. Die Broschüre können Sie bei Animals`Angels bestellen - für sich selbst, aber auch um Freunde und Bekannte zu informieren.

"Frieden" ist tot. Aber "Frieden" lebt in meinem Herzen weiter und steht symbolisch für alle Tiere, die durch den Menschen unsagbare Grausamkeiten erdulden mussten und müssen. Die Missstände und das Leid der Vergangenheit können wir nicht ungeschehen machen, aber die Hoffnung und der Wunsch bleiben bestehen, dass wir es schaffen, dass eines Tages die Ausbeutung und Misshandlung an Tieren aufhören werden. Das es Frieden wird auf Erden. Für alle…

In diesem Sinne - engagieren Sie sich für ein bisschen mehr "Frieden" und helfen Sie mit, das Unrecht zu beenden.

Genießen Sie Weihnachten und die letzten Tage des Jahres 2009 mit all Ihren Lieben!

Die Mitglieder des Bundesvorstandes und ich würden sich freuen, wenn Sie uns auch im nächsten Jahr wieder treu zur Seite stehen!

Ihre Sabine Jedzig / Web-Administration


Unsere Meinung

Foto: Sabine Jedzig, Broschüre Animals Angels, Kuh Frieden

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