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Politik - Kommunalwahl - Umwelt

2. Umwelt

2.1 Stadt-/Verkehrsplanung

Die Diskussion wird dominiert von Prestigeobjekten wie dem Tunnelbau in der Innenstadt. Ausgeblendet wird der dramatische Stadtumbau, z. B. im Stadtteil Neu-Olvenstedt. Die Bevölkerung schrumpfte dort in den letzten Jahren (oder wurde geschrumpft) von 35.000 auf mittlerweile 12.000 Einwohner.

Obwohl der Stadtteil als sozialer Brennpunkt festgestellt wurde, werden die Bürger/innen nicht am Stadtumbau beteiligt. Der Abriss der Häuser wird mit den Eigentümern (Genossenschaften) ausgehandelt. Diese warten z. Tl. jahrelang auf Fördermittel zum Abbruch der leer gezogenen Häuser. Die Bürger/innen leben derweil neben einer "Ruinenstadt". Dies muss einer der Schwerpunkte der Städteplanung sein. Der Mensch muss im Zentrum der Städteplanung stehen und nicht die Außendarstellung, z. B. die Gestaltung der Flusslandschaft zur IBA 2010.

Die Menschen wünschen sich keine überdimensionalen Bürotürme, sondern kombiniertes Wohnen, gemixt mit Angeboten von Dienstleistern, Gastronomen und Kulturschaffenden. Wir wollen lebendige und kinderfreundliche Stadtteile, in denen man sich kennt und sich wohl fühlt.

Das Planungskonzept Abbau Außen und Förderung Innen ist zu überarbeiten. Der Rückbau ist eine Gelegenheit zum Aufbau einer funktionsfähigen Infrastruktur zur Bildung von Stadtteilzentren z.B. in Neu-Olvenstedt und Fermersleben/Salbke/ Westerhüsen. Vorhandenes Grün muss erhalten bleiben. Innenhöfe z. B. in Olvenstedt sollten begrünt und durch Patenschaften in die Hände der Bürger/innen übergeben werden. Sinnlose Baumfällungen müssen verhindert werden.

Die Kleingärten im Stadtgebiet sind als grüne Oasen zur Erholung der Bürger/innen auf jeden Fall zu erhalten.

Lärm und Abgase, vor allem in den Innenstädten, sind entscheidende Mitverursacher heutiger Zivilisationskrankheiten. Daher muss es vorrangiges Ziel sein, sowohl Schad-stoff- als auch Lärmemissionen auf ein Minimum zu reduzieren. Beides ist bei der Verkehrsplanung und Kraftfahrzeugentwicklung zu berücksichtigen.

Die Fehlentwicklung bei den Verkehrsbetrieben ist zu stoppen. Sinkender Service, größere Fahrtakteinheiten und stetig steigende Preise bringen nicht die erhofften Mehreinnahmen, sondern vertreiben weitere Fahrgäste. Kinder und ein Teil der Senior/innen sind oft auf die Verkehrsbetriebe angewiesen, die anderen Bürger/innen erkennen in ihnen keine echte Alternative zum PKW. Durch deren Fernbleiben werden geringere Einnahmen erzielt, was wiederum zum Abbau von Service und steigenden Preisen führt – ein Teufelskreis. Die MVB sollten zu einer echten Alternative für den innerstädtischen Verkehr entwickelt werden. Durch kürzere Taktzeiten, besseren Service, freundliche Mitarbeiter/innen und bezahlbare Preise ließen sich neue Kunden gewinnen, Bahnen besser auslasten und das Unternehmen für die Bürger/innen attraktiver werden.

2.2 Gentechnikfreie Zone

Die Gentechnik stellt einen radikalen Eingriff in natürliche Gegebenheiten dar und ist - entgegen anders lautenden Behauptungen interessierter Kreise - keinesfalls vergleichbar mit den Veränderungen, die der Mensch langsam und über lange Zeitspannen hinweg vorgenommen hat.

Segen und Fluch einer neuen Technik sollen immer kritisch geprüft werden. Sicher lassen sich die Folgen des "Fluchs" zumeist verringern, doch zu welchem Preis? Experimente am Erbgut von Pflanzen sind ein Roulettespiel, dessen Folgen noch immer unüberschaubar sind. Keiner der Wissenschaftler hat bisher die persönliche Haftung übernommen. Keiner von ihnen könnte einen einmal angerichteten Schaden beseitigen und die Entwicklung rückgängig machen. Diese unsere Auffassung ist Grundlage dafür, dass wir uns vehement für gentechnikfreie Zonen - auch in Magdeburg - einsetzen.

2.3 Erhaltung der Flusslandschaft der Elbe

Der natürliche Lebensraum der Elbe ist zu erhalten. Die Flusslandschaft stellt einen Schatz an Leben- und Pflanzenvielfalt dar, der nicht wegen einer fragwürdigen Verkehrswegeplanung verspielt werden darf. Wir werden uns für eine Erhaltung der Auen einsetzen. Von uns gibt es keine Zustimmung zum Ausbau oder zur Tieferlegung der Elbe.

2.4 Förderung von Wind- und Sonnenenergie

Der notwendige Stadtumbau bietet die Möglichkeit zu neuen Antworten in der Energieversorgung. Es gibt nichts Neues - außer man tut es. Die Nutzung erneuerbarer Energien ist zu erhöhen. Der Ausbau von Dächern mit Sonnenkollektoren ist eine lohnende Aufgabe, die gefördert werden soll.

2.5 Ahndung von Umweltverschmutzung

Das Einbringen von Schadstoffen in den Naturkreislauf - Boden, Wasser und Luft - muss strikter als bisher unterbunden werden. Wo Verbote missachtet werden, ist dies streng zu bestrafen. (So ist z. B. Gewässerverschmutzung kein Kavaliersdelikt!) Flüsse sind sensible Ökosysteme und die Grundlage der Lebensräume für Menschen, Tiere und Natur. Entsprechend sorgsam ist mit ihnen umzugehen. Verunreinigungen der Umwelt sind keine Bagatell- Vergehen.


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