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Jagd
Jagd, das ist Töten aus Leidenschaft!
Der erste Präsident der Bundesrepublik Deutschland, Theodor Heuss, schrieb am 1.12.1955 an seine Briefpartnerin Toni Stolper in New York: "Jägerei ist eine Nebenform von menschlicher Geisteskrankheit, von der ich nie befallen war. Aber: sie ist. Auch Diplomaten und Staatsmänner, die dafür gelten, die sich dafür halten, sind davon befallen... Ich habe nie eine Flinte in die Hand genommen und mir nie, wie alle anderen, ein Jagdkostüm angeschafft, sondern spaziere im Straßenanzug." (Theodor Heuss: Tagebuchbriefe 1955-1973, hg. V. Eberhard Pikart, Tübingen/Stuttgart 1970, S. 106)
Jedes Jahr werden rund 5 Millionen Wildtiere mit Kugel oder Schrot erschossen, erbarmungslos erschlagen oder in Fallen grausam verstümmelt, meistens getötet. 5 Millionen Tiere jedes Jahr – das sind 13.700 jeden Tag, 570 jede Stunde, fast 10 Tiere pro Minute. Alle 6 Sekunden stirbt in unserem Land ein Tier durch Jägerhand.
Darüber hinaus werden jährlich etwa 300.000 Hauskatzen und an die 40.000 Hunde von Jägern erschossen, erschlagen oder mit Fallen umgebracht.
All dies geschieht, obwohl laut repräsentativen Umfragen mehr als zwei Drittel der Bevölkerung von Deutschland der Jagd kritisch gegenüberstehen oder sie völlig ablehnen.
Die Partei Mensch Umwelt Tierschutz sieht im Töten wild lebender Tiere grundsätzlich keine geeignete Verfahrensweise, um ökologische Stabilität herzustellen oder aufrechtzuerhalten. Vielmehr ist davon auszugehen, dass die Jagd unsere Restnatur dauerhaft in ihrem Bestand schädigt. Sie zerstört Tiergemeinschaften, destabilisiert natürliche Gleichgewichte, neurotisiert wild lebende Tiere und zwingt sie in artuntypische Verhaltensweisen (z.B. Nachtaktivität durch hohen Jagddruck, unnatürliche Tierkonzentration an Futterstellen). Jagd führt zu massivem Stress der Wildtiere und missachtet vorsätzlich ihre grundlegendsten Bedürfnisse. Dass darüber hinaus der Jagd nicht jene ökologische Bedeutung zukommt, die ihr von Jägerseite aus immer wieder zugesprochen wird, ist für jede einzelne Tierart anhand wissenschaftlicher Untersuchungen belegbar. Die Situation in langfristig jagdfreien Gebieten zeigt, dass ein Jagdverbot nicht nur für Natur und Tierwelt positive Folgen hat, sondern es außerdem den Menschen erleichtert, ein positives Verhältnis zur Mitwelt zu gewinnen.
Eine Reform der Landesjagdgesetze muss her! Tierschützer mahnen seit Jahren, dass viele Regelungen der Jagdgesetzgebung nicht mehr mit dem Grundgesetz vereinbar sind, seitdem der Tierschutz zum Staatsziel erhoben wurde (Art. 20a Grundgesetz).
Deshalb setzt sich unsere Partei für die vollständige Abschaffung der Jagd und des Jagdtourismus ein. Aus ethischen Gründen einerseits, aus ökologischen Überlegungen andererseits sollte der Gesetzgeber die Jagd verbieten und das Bundesjagdgesetz mitsamt den Landesjagdgesetzen abschaffen.
In diesem Zusammenhang ist für die Vergabe von Mitteln zur Entwicklungshilfe die uneingeschränkte Beachtung und Durchsetzung internationaler Tierschutzabkommen seitens der unterstützten Länder zu einer notwendigen Voraussetzung zu machen. Jegliche Förderung mit Hilfe von Geldern für die wirtschaftliche Zusammenarbeit, die die Unterstützung oder Etablierung der Trophäenjagd in einem bestimmten Land vorsehen, ist abzulehnen und zu streichen.
Unsere Partei setzt sich für die vollständige Abschaffung der Jagd und des Jagdtourismus ein. Aus ethischen Gründen einerseits, aus ökologischen Überlegungen andererseits sollte der Gesetzgeber die Jagd verbieten und das Bundesjagdgesetz mitsamt den Landesjagdgesetzen abschaffen.
Wem Töten einen Lustgewinn bringt, der ist reif für die Psychiatrie!
Grafik: Initiative zur Abschaffung der Jagd














