Politik - Europawahl 2009 - Wahlprogramm - Klimaschutz
10. Klimaschutz muss Vorrang haben
Klimaschwankungen hatte es in der Erdgeschichte schon immer gegeben. Nach Eiszeiten folgten Wärmeperioden.
Aber die früheren Klimaveränderungen gingen langsam vor sich. Tiere und Pflanzen hatten genügend Zeit, sich neuen Bedingungen anzupassen. Heute befindet sich der Planet in einer sehr schnellen Erwärmungsphase. Die globale Durchschnittstemperatur ist in den letzten 100 Jahren schon um 0,74 Grad Celsius gestiegen, und Klimaforscher halten einen Anstieg um weitere 6,4 Grad Celsius bis 2100 für möglich.
Der Grund für die rasche Erwärmung liegt in der modernen, für eine Industriegesellschaft typischen Lebensweise. Seit Beginn der industriellen Revolution wurden durch die Verbrennung von Kohle, Öl und Gas sowie durch die Abholzung von Wäldern und nicht zuletzt durch die Massentierhaltung hohe Treibhausgas-Emissionen erzeugt. Dies hatte verheerende Folgen für das globale Klima.
Die Vereinten Nationen haben 2007 die Resultate ihres "Weltklimaberichtes", an dem 600 Forscher beteiligt waren, veröffentlicht. Er enthält alarmierende Fakten: Eine Katastrophe ist nicht mehr auszuschließen! Das Klima reagiert drastischer auf den von Menschen verursachten Treibhauseffekt, als bisher angenommen.
Die Prognosen kurz zusammengefasst:
1. Das Nordpolarmeer wird ab Mitte des Jahrhunderts im Sommer eisfrei bleiben.
2. Die Mittelmeerküsten werden durch tropische Hitze in den Sommermonaten kaum mehr bewohnbar sein. Die Tourismusindustrie dieser Regionen wird kollabieren.
3. In Gebirgen wird in den Wintermonaten weniger Schnee fallen.
4. Die Vegetationsperiode in den mittleren Breiten wird sich verlängern. Dies könnte vielleicht zu höheren Ernteerträgen in der Landwirtschaft führen, sofern es genug Niederschlag gibt. Die Halbtrockengebiete Afrikas und Südasiens werden aber unter noch schwereren Dürren leiden.
5. Die Meerestemperaturen steigen bis in eine Tiefe von drei Kilometern an.
6. Zwölf der letzten dreizehn Jahre waren die wärmsten seit Beginn der Wetteraufzeichnungen.
7. Die extremen Wetterlagen werden zunehmen.
8. Die Gletscher der Hochgebirge werden abschmelzen, ebenso das Inlandeis von Grönland.
9. Der Meeresspiegel wird drastisch ansteigen. Ein großer Teil der Menschheit wird durch die Wetterextreme existenziell bedroht sein.
All diese Veränderungen werden sich viel schneller vollziehen, als die Klimaforscher um die Jahrhundertwende noch errechnet haben. Die Auswirkungen freigesetzter Treibhausgase sind irreversibel; die Ozeane werden noch für mindestens 1000 weitere Jahre ansteigen. Der "Klimakollaps" wird das Antlitz der Erde in weiten Teilen verändern, und er läuft zerstörerischer ab, als man es sich vorgestellt hatte. Gewaltige Stürme treten in immer kürzerer Folge auf und verwüsten ganze Landstriche. Verheerende Dürreperioden wechseln sich mit sintflutartigem Regen ab. Die Wüstenregionen werden sich schneller als bisher ausbreiten. Immer mehr Menschen werden durch Wetterextreme um Hab und Gut gebracht und müssen ihre Heimat verlassen. Der Klimawandel ist Realität geworden, und es ist mittlerweile zweifellos erwiesen, dass die klimatischen Veränderungen anthropogene Ursachen haben. Die starke Zunahme der Treibhausgase in der Atmosphäre ist eindeutig auf den Menschen zurückzuführen.
Das Klima geht uns alle an! Nicht nur Politik und Wirtschaft sind jetzt gefordert, sondern jeder Einzelne. Gemeinsam müssen wir dazu beitragen, die Folgen der globalen Erwärmung abzumildern.
Wir wollen, dass Europa die treibende Kraft in der internationalen Klimapolitik wird.
Unsere Forderungen:
Klimaschutz als eigenständiger Artikel in die EU-Verfassung!
Die Emissionsziele dürfen nicht auf Grund der Weltwirtschaftskrise nachrangig behandelt werden. Europa muss seine Wirtschaft zukunftsfähig und klima-freundlich umbauen und seine Emissionen bis 2025 um mindestens ein Drittel reduzieren.
Die EU muss ihre Energiepolitik überdenken; wir brauchen sauberen Strom von Ökoanbietern anstatt aus Atom-, Gas- oder Kohlekraftwerken. Europaweit geltende Grenzwerte für CO2-Emissionen aus Kraftwerken müssen von der EU festgelegt werden. Eine klima- und umweltfreundliche Politik setzt hauptsächlich auf Solarenergie, Wasserkraft und Windkraft.
Wir setzen uns für eine einheitliche europaweite LKW-Maut ein, mit Sätzen, die sowohl die wirtschaftlichen als auch die ökologischen Kosten berücksichtigen.
Wir fordern eine einheitliche EU-weite Versteuerung von Flugbenzin (Kerosin), verbunden mit der Abschaffung aller Steuerprivilegien im Flugverkehr.
Zum Klimaschutz gehört auch und vor allem, dass die EU-Agrarpolitiker endlich eingestehen: Die Landwirtschaft mit Intensivtierhaltung und großen "Nutztier-Beständen" ist der Klimakiller Nummer 1! Notwendig ist eine konsequente Aufklärung darüber sowie die Streichung der Agrarsubventionen für die klimaschädliche Nutztierhaltung.
Darüber hinaus fordern wir Sanktionen gegenüber den Staaten der EU, die ihre Emissionsziele nicht erreichen.














